Die Statue des Zeus von Phidias in Olympia Griechenland

Geschichte der Zeus Statue des Phidias

Zeusstatue Olympia

Der Ort Olympia auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland ist bekannt als der Austragungsort für die olympischen Spiele der Antike, die von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. hier stattfanden. Die Spiele hatten eine sehr große politische Bedeutung, da Waffenstillstand zwischen den teilnehmenden griechischen Völkern herrschte und die Zeit der Olympischen Spiele auch für Verhandlungen und Gespräche genutzt wurde. Der Zeus Tempel der 479 bis 456 v. Chr. von Libon von Elis errichtet wurde war das zentrale Heiligtum auf dem heiligen Boden von Olympia in dem am vierten Tag der Spiele sich Athleten und Zuschauer versammelten um Tiere ihrem höchsten Gott Zeus zu opfern. Der Zeus Tempel wurde aus Marmor gebaut, war 28 Meter breit, 64 Meter lang und 20 Meter hoch und damit das größte Gebäude, das auf der Peloponnes gebaut wurde. Die olympischen Spiele wurden 393 vom christlichen Kaiser Theodosius II. verboten, der die heidnischen Bräuche die mit den olympischen Spielen verbunden waren nicht mehr in seinem Reich duldete. Der Zeus Tempel, der bereits 522 durch ein Erdbeben stark beschädigt wurde, stürzte 551 während eines weiteren Erdbebens endgültig ein.

Zeusstatue Olympia
Rekonstrukt. Zeustempel Lübke 1908

Obwohl die Zeus Statue im 4. Jahrhundert vollständig zerstört wurde, gibt es einen sehr präzisen Bericht von Pausanias aus dem 2. Jahrhundert und griechische und römische Münzen auf denen die Statue abgebildet ist, so dass man heute eine recht genaue Vorstellung über das Aussehen vom Weltwunder in Olympia hat. In der Mitte des ihm geweihten Tempels saß die Statue des Zeus auf einem fasst 10 Meter hohen Thron mit einem Zepter in der einen Hand und in der anderen die Siegesgöttin Nike. Als Baumeister wurde Phidias berufen, der größte Bildhauer seiner Zeit, der einige Jahre zuvor Maßgeblich an der Ausgestaltung des Parthenon Tempels in der Akropolis von Athen beteiligt war. Die Statue des Zeus war gut 12 hoch und stand auf einem etwa einen Meter hohen Sockel und erreichte so eine Gesamthöhe von 13 Meter. Die Zeusstatue war das letzte Werk von Phidias, das er 438 v. Chr. begann und erst kurz vor seinem Tod ca. 430 v. Chr. fertig gestellt hat.

Münze Zeus
Münze um 320 v. Chr.

Die Statue des Zeus wurde mit der gleichen Technik hergestellt wie die etwa neun Meter hohe Figur der Athena Parthenos, die Phidias für die Akropolis in Athen wenige Jahre zuvor erstellt hatte. Die Figur war hohl und erhielt durch ein Holzgerüst im Inneren Stabilität. An dieses Holzgerüst wurden die vorgefertigten Teile aus Gold und Elfenbein befestigt. Die nackten Körperteile des Zeus bestanden aus Elfenbein und Schuhe, die Kleidung bestehend aus einem einfachen Gewand und die Haare waren aus Gold. Auf seinem Kopf trug er einen Kranz aus Ölzweigen, wie ihn die Sieger der Wettkämpfe erhielten, in der rechten Hand hielt er eine etwa lebensgroße Figur der Siegesgöttin Nike und in der linken Hand ein Zepter mit einem Adler an der Spitze. Der etwa 10 Meter hohe Thron war aus Ebenholz. Seine Füße waren auf einem kleinen Schemel aufgesetzt. Der Schemel und das Podest auf dem die Statue stand waren reich mit Figuren verziert. Nachdem Verbot der olympischen Spiele fanden weiterhin rituelle Zeremonien im Zeustempel statt die 426 ebenfalls verboten wurden. In dieser Zeit verliert sich die Spur der Zeus Statue. Zum einen wird behauptet, dass die Figur nach den Erlässen des Kaisers in Olympia vernichtet (gebrandschatzt) wurde und andere die meinen, dass die Figur nach Konstantinopel, der damaligen Hauptstadt des Oströmischen Reiches und Sitz von Theodosius II., gebracht wurde und dort 475 einem Brand zum Opfer gefallen ist.

Olympia
Ruine Zeustempel Olympia ©Tilo CC

Schon sehr bald nach den Verboten von Kaiser Theodosius II. wurde Olympia verlassen und geriet in Vergessenheit und wurde erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert von französischen und britischen Forschern wieder entdeckt und kleinere Ausgrabungen durchgeführt. Am Ende des 18. Jahrhundert begannen deutsche Archäologen mit größeren Ausgrabungen die soviel Aufsehen erregten, dass die Idee der Olympischen Spiele 1896 wieder auf genommen wurde. Auch in der weiteren Geschichte bis heute sind es vor allem deutsche Archäologen, die wesentliche Teile des antiken Olympia, unter anderem auch das Stadion, frei gelegt haben. Ein besonderer Fund gelang den deutschen Mallwitz und Schiering in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts als sie die Werkstatt des Phidias, direkt neben dem Zeus Tempel, fanden. Die Werkstatt hatte die gleiche Deckenhöhe wie die Statue des Zeus, Man kann davon ausgehenn, dass eine 1:1 Kopie der Statue aus Ton in der Werkstatt gestanden haben muss. Sie überdauerte die Jahre als Teil einer byzantinischen Kirche die im 5. Jahrhundert errichtet wurde. In der Nähe der Werkstatt fand man Werkzeuge und Formen mit denen die Statue des Zeus hergestellt wurde. Erwähnenswert, wenn auch unbedeutend, ist der Fund eines Tonbechers in dem die Worte "Phidias Eigentum" eingeritzt waren. In Olympia befindet sich heute ein Museum in dem die bedeutendsten Funde ausgestellt sind.

Zitate über die Zeus Statue aus antiken Quellen

Phidias trug eine so vollkommene Auffassung von Schönheit in sich, daß er, ganz darauf ausgerichtet, seine Künstlerhände dazu anhalten konnte, ein wahres Abbild des Gottes zu fertigen.
Cicero 106 - 43 v. Chr.

Auf seinem Kopf trägt er einen gemeißelten Kranz aus Olivenzweigen. In seiner Rechten trägt er eine aus Elfenbein und Gold gefertigte Figur der Siegesgöttin... In seiner Linken hält er ein Szepter, das mit allen Arten von Metall eingelegt ist und auf dem ein Adler sitzt. Seine Sandalen und sein Gewand bestehen aus Gold, und seine Kleidung ist mit Tieren und Lilien verziert. Der Thron ist mit Gold, Edelsteinen, Ebenholz und Elfenbein geschmückt.
Pausanias 150 n. Chr.

Daten, Fakten und Zahlen des Weltwunder

Standort: Olympia Griechenland
Größe: Sockel ca 7 x 10 Meter, Statue: 12 Meter Hoch
Baumeister: Phidias
Bauzeit: ca. 440 bis 430 v. Chr.
Zerstörung: 426 in Olympia oder 475 bei einem Brand in Konstantinopel